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Boots[T]raum Blog

Mayday. Mayday. Mayday.

Funkschein. Sportbootführerschein. Segeln. UBI. SRC. LRC.


Allgemeines.

Ist auf deinem eigenen oder deinem gecharterten Boot | Segler eine UKW-Funkanlage festverbaut, brauchst du ein Funkbetriebszeugnis. Ergo einen Funkschein. Ohne Funkschein keine Ausfahrt oder eben ausbauen und über die Reling werfen. ;)



Es gibt drei Funkscheine für die unterschiedlich relevanten Geltungsbereiche, die man zum Sportbootführerschein oder Segeln benötigt.

#1 UKW-Funkzeugnis für den Binnen­schiff­fahrts­funk (UBI).

Der Name verrät es, um am Binnenschifffahrtsfunk teilnehmen zu können, benötigst du das Sprechfunkzeugnis UBI. Bei Booten mit Funkanlage spricht man übrigens von Schiffsfunkstellen. Im Binnenbereich dürfen auch nur Inhaber mit dem UKW-Sprechfunkzeugnis dieses betreiben. Die Scheine SCR oder LRC beinhalten das UKW-Sprechfunkzeugnis nicht. Das UBI ist auf den Binnenwasserstraßen in 17 europäischen Ländern vorgeschrieben und anerkannt. Auch auf dem Ijsselmeer (See der Niederlande) und auf den übrigen niederländischen Binnengewässern wird das UBI benötigt. SRC gilt hier nicht.


#2 Short Range Certificate (SRC).

Für Küstengewässer und auf Meeren benötigt man das SRC, wenn der Segler oder das Motorboot mit UKW ausgerüstet ist. Bei vielen Charteranbietern in Kroatien ist der SRC bei Segelbooten eine Grundvoraussetzung. Das Funkzeugnis Short Range Certificate berechtigt zum Ausüben des Seefunkdienstes bei Sprech-Seefunkstellen für UKW bis 30 sm weltweit an allen Küsten und Funkeinrichtung des GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System. Das GMDSS ist eine einheitliche Sammlung von rechtlichen und technischen Vorschriften zur weltweiten Hilfe bei Seenotfällen und zur Sicherung der Schifffahrt. Deshalb werden beim SRC Teile der praktischen und theoretischen Prüfung z. B. Diktat und die Funksprüche im Englischen durchgeführt.

#3 Long Range Certificate (LRC). Wirklich sehr selten gebraucht und für dich relevant, wenn du als Skipper weltweit unterwegs bist und neben UKW auch mit Grenz-/Kurzwelle oder Inmarsat-Geräten auf der Yacht ausgerüstet bist. Hierfür benötigt man das Long Range Certificate – der Funkschein zum weltweiten Funken. Oder in Fachchinesisch ausgedrückt, dass Long Range Certificate berechtigt zur uneingeschränkten Ausübung des Seefunkdienstes mit terrestrischen und satellitengestützten Funkeinrichtungen des GMDSS, weltweit auf hoher See.

Eine Besonderheit.

Das LRC schließt das SRC (Short Range Certificate) mit ein, dies gilt jedoch nicht für das UBI! Für UBI ist wie bei #1 beschrieben immer eine separate Prüfung nötig. Kann natürlich super mit dem SRC bzw. LRC zeitlich kombiniert werden.


Ganz ehrlich. LRC - keine Empfehlung! Grund: Das LRC wird nur für Yachten benötigt, die mit einer Grenzwellen-, Kurzwellen oder Satellitenfunkanlage (Inmarsat) ausgerüstet sind. Heute eine Seltenheit. Yachten mit denen du über den Ozean schipperst, sind heute mit Satellitentelefon oder Seenotfunkbojen ausgerüstet. Deutlich günstiger und dafür brauchst du auch kein Funkzeugnis.

Hier nur im Blog zu Zwecken der Vollständigkeit und wegen einiger Scheinsammler. Von mir aus - gönnt euch. :)


Mindestalter. Das Mindestalter für die Funkscheine UBI und SRC ist 15 Jahre. Beim LRC 18 Jahre. Die Prüfung darf gerne drei Monate vor Erreichen des Mindestalters abgelegt werden, das Funkzeugnis wird dann zum Geburtstag ausgestellt. Party!


Ablaufdatum. Bei keinem Funkschein gibt es ein Ablaufdatum oder eine Pflicht | Empfehlung zur Auffrischung. UBI, SRC und LRC sind lebenslang gültig.


Nicht bestanden. Solltest du eine der beiden Prüfungen (Theorie oder Praxis) nicht bestehen, hast du die Möglichkeit, diesen innerhalb von 6 Monaten zu wiederholen. Du schreibst nur den Teil, der nicht bestanden war!



#1 UKW-Funkzeugnis für den Binnen­schiff­fahrts­funk (UBI).

Prüfung.

Theorie. a) der Fragebogen. Der Fragebogen wird per Multiple Choice beantwortet. Dieser hat bei UBI 22 Fragen, wovon 17 korrekt sein müssen, um zu bestehen. Insgesamt gibt es nur 130 Fragen. Ist ein SRC oder LRC schon vorhanden, gibt es einen Vorteil. Ein verkürzter Fragebogen. 10 Fragen ebenfalls Multiple Choice, davon müssen 8 richtig sein. b) das Diktat. Hier unterscheiden wir zwischen Voll- oder Ergänzungsprüfung. Bei der Vollprüfung gibt es neben dem Fragebogen noch ein Diktat. Dieses findet auf Deutsch statt. Zuhören und mitschreiben. Im Wesentlichen geht es hierbei um die Kenntnis deines NATO-Buchstabieralphabets. In der Ergänzungsprüfung entfällt das Diktat, da es bereits im SRC oder LRC (auf Englisch) abgelegt wurde. Praxis. Die Praxisprüfung beinhaltet die Bedienung und Einstellung des UKW-Geräts. Wichtig sind für den Binnenfunk und die Abwicklung des Binnenschifffahrtsfunk, die entsprechende Kanalwahl und die nachfolgende Gesprächsabwicklung. Es wird nicht nur die Richtigkeit der Meldung geprüft, auch der Umgang mit dem Funkgerät sind von großer Bedeutung. Bei der UBI-Prüfung befinden wir uns im ATIS-Modus (Automatic Terminal Information Service). Der DSC-Modus (Digital Selective Calling), der für den Seefunk gilt, ist im Binnenbereich nicht erlaubt. Neben diesen Details geht es zum Beispiel um die richtige Sendeleistung, die korrekte Empfängerauswahl (alle oder bestimmte Revierzentralen), die Erläuterung und Anwendung der Rauschsperre, Kanalwechsel und die unterschiedlichen Funkspruchabfolgen der Not-, Sicherheits-, oder Dringlichkeitsmeldungen.

#2 Short Range Certificate (SRC). Prüfung. Theorie. a) der Fragebogen. Die Beantwortung des Fragebogens, ebenfalls per Kreuzchen – Multiple Choice. Der Fragebogen beinhaltet 24 aus 180 möglichen Fragen. Du bestehst die Prüfung mit 19 Richtigen. Du hast dafür 30 Minuten Zeit. b) das Diktat. Der Prüfer liest dir eine Not-, Dringlichkeitsmeldung oder Sicherheitsmeldung in englischer Sprache vor. Diesen schreibst du englisch mit und übersetzt diesen anschließend ins Deutsche. Danach drehst du dein Blatt um, siehst einen deutschen Text, der dann in Englisch übersetzt werden muss. Dafür hast du ebenfalls 30 Minuten. Auf was gilt es besonders zu achten: Auf die Positionen, Begriffe, Orte oder Namen, die vom Prüfer nach dem NATO Alphabet buchstabiert und wiederholt werden. Diese müssen 100% korrekt aufgeschrieben werden. Der restliche Text muss den Sinn der Meldung widerspiegeln – keine 1:1 Übersetzung der einzelnen Wörter.

NATO-Buchstabieralphabet: A = Alpha, B = Bravo, C = Charlie, D = Delta, E = Echo bis Z wie Zulu.

Ein Lernspaß für die gesamte Familie: Während der Autofahrt die Kennzeichen buchstabieren. Bravo, Alpha, Hotel, Charlie. …

Beispiele. Seefunktexte der Prüfung. Beispiel #1. Englisch: In vicinity of light and whistle buoy Humber 5, capsized lifeboat observed. Survivors were not sighted. Ships in area are requested to keep sharp lookout. Deutsch: In der Nähe der Leucht-Heultonne Humber 5 wurde ein gekentertes Rettungsboot beobachtet. Überlebende wurden nicht gesichtet. Schiffe in dem Gebiet werden gebeten, scharf Ausschau zu halten.

Hier ist der Begriff “Humber 5“ entscheidend und muss 100% korrekt aufgeschrieben werden. Dieser wird zur Verdeutlichung buchstabiert. Beispiel #2.

Englisch:

Seydisfjord/DFBY in position 61-10 N 003-45 E, after explosion fire in engine room, 2 persons

are seriously injured, we have to abandon the vessel, require immediate help.

Deutsch:

Seydisfjord/DFBY auf Position 61-10 N 003-45 E, nach einer Explosion Feuer im Motorraum, 2

Personen schwer verletzt, wir müssen das Schiff verlassen, benötigen sofortige Hilfe.

In diesem Text geht es um den Schiffsnamen und das Callsign „Seydisfjord/DFBY“, sowie die Position „61-10 N 003-45 E“. Die müssen exakt so geschrieben werden.


Praxis. In der Praxisprüfung gibt es Pflichtaufgaben und sonstige Fertigkeiten. Du zeigst wie bei UBI, dass du die Gerätebedienung und Einstellung sowie das Absetzen verschiedener DSC Meldungen am UKW Gerät draufhast. Bestanden.



#3 Long Range Certificate (LRC).

Prüfung.

Theorie. Die Theorieprüfung (rate mal) im Multiple Choice Modus. 14 aus 76 LRC Fragen, wovon 11 richtig sein müssen. Analog dem SRC erfolgt die Aufnahme der Meldung in englischer Sprache mit anschließender Übersetzung ins Deutsche. Danach die Übersetzung des Seefunktexts von deutsch in Englisch.

Hinweis. Inhaber des SRC reicht in der Theorieprüfung ein Ergänzungsbogen.


Praxis. Einziger Unterschied zu SRC oder UBI: Es müssen Angaben zum Seefunk über Satelliten (Inmarsat C) gelöst werden. Ansonsten wird die Welt hier nicht neu erfunden. Pflichtaufgaben und sonstige Fertigkeiten, Gerätebedienung inkl. Geräteeinstellungen und Absetzen verschiedener DSC Meldungen.

Abschließend ein Tipp zur optimalen Reihenfolge. Am besten startest du mit dem Funkzeugnis SRC. Durch den SRC benötigst du sowohl für UBI als auch LRC nur noch die Ergänzungsprüfungen.


Bitte kommen.


Ende.

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